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Frohe Ostern

Geschichten von der Auferstehung, dem Ende der Fastenzeit oder dem Frühlingserwachen sowie etliche Rituale begründen unser Osterfest.

Warum wir mit Eiern feiern

Vier Wege führen uns zu Ostern und den vielen verschiedenen Bräuchen rund um das Fest: Da sind zum einen die überlieferten Frühlingsfeste. Der Winter wurde mit Feuer und Lärm vertrieben und der Frühling, das Erwachen der Natur, wurde mit Opfergaben, Tanz und Gesang begrüßt. Die Fruchtbarkeit der Erde und der Tiere war wichtig für das Überleben, deshalb baten die Menschen mit ihren Ritualen die Götter um gutes Wetter für eine reiche Ernte.

Zum anderen finden wir im Osterfest auch die Bräuche des jüdischen Pessachfests wieder, mit dem die Juden – so wie es im Alten Testament geschrieben steht – den Auszug ihres Volkes aus Ägypten und das Ende der Sklaverei auch heute noch feiern. 

Als drittes stammen viele Bräuche aus dem christlichen Osterfest, das an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten erinnert.

Und zu guter letzt dann sind im Laufe der Jahrhunderte noch eine ganze Reihe von Ritualen aus den unterschiedlichen Regionen Deutschlands hinzugekommen. Da Ostern zudem beinahe auf der ganzen Welt gefeiert wird, sind die Traditionen so bunt und vielfältig sind, wie die Ostereier am Ostersonntag.

 

Das WINDGES Osterei
Zeichen für Fruchtbarkeit und Leben: Das Ei zu Ostern.

 

Ostereier
Das Ei ist schon immer ein Symbol für die Fruchtbarkeit, das Leben und den Neuanfang gewesen. Kein Wunder also, dass Eier auch in den Farben des Frühlings bemalt werden. Für die Christen ist das Ei das Zeichen der Auferstehung. Gefärbte Eier wurden schon im 4. Jahrhundert in christlichen Grabstätten gefunden. Im Mittelalter bezahlten die Bauern die Pacht für die Ländereien, die sie bestellten, unter anderem mit Eiern. Das Verschenken von bunten Ostereiern soll zudem Glück bringen. Das Verstecken der Ostereier wurde übrigens erstmals 1682 einer Schrift erwähnt.

Gründonnerstag
Am Gründonnerstag nahm Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern. Er wurde noch am selben Tag verraten und verhaftet. Für die katholische Kirche beginnt mit dem Gründonnerstag die Dreitagefeier, in der an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi gedacht wird. Grün beschreibt in diesem Wort deshalb auch nicht die Farbe, sondern meint „gronan“, das mittelhochdeutsche Wort für „weinen“, weil Jesus verhaftet wurde. Eier, die an diesem Tag gelegt werden, sollen besonders viel Glück bringen.

Karfreitag 
Der Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Es ist ein Tag des stillen Gedenkens, der deshalb auch der „stille Freitag“ genannt wird. An ihm werden in vielen Orten deshalb auch keine Kirchenglocken geläutet und in den Messen und Gottesdiensten ertönen weder Orgelmusik noch Kirchenlieder.

Karsamstag
Oft wird dieser Tag schon als Ostersamstag bezeichnet, im christlichen Glauben gehört er jedoch noch nicht zu Ostern.

Ostersonntag
Am Sonntag entdeckten die Frauen das leere Grab Jesu Christi – der Tag der Auferstehung. Es ist der Mittelpunkt des christlichen Glaubens, um den sich alles dreht. Bereits in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag beginnen in den Kirchen die Feiern des Lebens, denn der Tod ist von Gott besiegt worden. Mit der Osternacht fängt die Osterzeit an, die nun 50 Tage bis Pfingsten dauern wird.

Osterlachen
Es ist das Lachen über den Tod, der mit der Auferstehung bezwungen wurde. Die dunklen, schweren Tage der Trauer haben ein Ende gefunden und es beginnt eine neue, eine fröhliche Zeit. Daher sollen die Menschen in den Gottesdiensten durch die Predigt auch zum Lachen gebracht werden.

Ostermesse in Rom
Zehntausende katholische Christen feiern zusammen mit dem Papst, dem Oberhaupt der katholischen Kirche, am Ostersonntag eine Messe auf dem Petersplatz in Rom. An diesem Tag erteilt der Papst den Segen „Urbi et Orbi“, das heißt der Stadt und dem Erdkreis. Dieser Segen wird nur zu besonders feierlichen Kirchentagen gespendet.

Ostermontag
Mit der Auferstehung beginnt das Leben neu, deshalb werden nach den langen Tagen der Trauer die ersten Spaziergänge und Ausflüge ins Grüne gemacht. In den Guten Nachrichten der Emmausjünger wird davon berichtet, daher nennt man diese Ausflüge auch Emmausgang.

Osterkerze
In der Osternacht wird eine brennende Kerze in die dunkle Kirche getragen. Sie soll zeigen, dass Jesus Christus das Licht in die Welt gebracht hat.

 

Osterrad Osterfeuer
Das brennende Osterrad soll in der Alpenregion eine reiche Ernte im Jahr sichern.

 

Osterfeuer
Auch das Osterfeuer ist das Zeichen des Lichts. Es ist nur sehr viel größer als eine Kerze. Mittlerweile werden fast überall in Deutschland an Ostern große Feuer entzündet, an denen sich viele Menschen versammeln, um sich das Feuerschauspiel anzusehen. Im Norden Deutschlands und in den skandinavischen Ländern sollen mit den Osterfeuern böse Geister und der Winter vertrieben werden.

Osterrad
In der Alpenregion werden in der Osternacht riesige Strohräder in Brand gesetzt und die Berge und Hügel hinuntergerollt. Damit soll eine reiche Ernte im Jahr gesichert werden.

Osterwasser
Besonders zu Ostern und Pfingsten finden Taufgottesdienste statt. Das Wasser, mit dem getauft wird, ist durch das Kreuz in der Osternacht gesegnet worden. In vorchristlichen Zeiten glaubten die Menschen daran, dass ihnen ein Bad in einem fließenden Gewässer am Ostersonntag ihre Jugend und Schönheit erhalten würde. 

Gesegnete Ostereier
Nach der langen Fastenzeit vor Ostern wurde mit hart gekochten, bemalten Eiern, einem Osterfladen und der Osterbutter in den Kirchen das Fasten „gebrochen“, d.h. die Menschen durften wieder alles essen. Zuvor wurden die Speisen gesegnet. Bei den orthodoxen Christen gibt es den Brauch, dass die Gläubigen die gesegneten Eier nach dem Gottesdienst mit dem Ausruf „Christus ist auferstanden!“ gegeneinander schlagen, denn das soll Glück bringen.

Osterlamm
Der Brauch an Ostern ein Lammgericht zu essen, stammt vom jüdischen Pessachfest ab. Mit dem Blut eines Lammes malten die Juden vor ihrem Auszug aus Ägypten ein Kreuzzeichen als Zeichen des Schutzes an ihre Türpfosten. Gott verschonte so die erstgeborenen Söhne der jüdischen Familien, als er als zehnte Plage zu den Ägyptern kam. Das Lamm ist aber auch ein Symbol für Jesus Christus, denn Jesus wurde für die Sünden der Menschen gekreuzigt. Mit seinem Tod hat er alle Schuld auf sich genommen und Gott mit den Menschen versöhnt. 

Osterfladen oder Osterbrot
Nicht alle Menschen konnten sich früher ein Lamm leisten. Stattdessen wurde aus einem süßen Teig ein Lamm gebacken. 

Osterprozession
In Südeuropa und Südamerika finden Umzüge der katholischen Gemeinden statt, die den Leidensweg Jesu Christi nacherzählen. Neben der Jesusfigur am Kreuz werden auch Heiligenfiguren auf den Schultern der Gläubigen durch die Städte und Dörfer getragen. Die Prozessionen enden dann mit Messen in den Kirchen.

  • Informationen

    Über den Osterhasen

    Wie kommt nun der Hase zum Osterfest? Aufgrund seiner Fruchtbarkeit konnte man dieses Tier mit dem Ei in Verbindung bringen. Dem Hasen wurde außerdem nachgesagt, er schlafe nicht, weil er keine Augenlider hat. Das wiederum las man auf Jesus Christus hin, der im Tod nicht entschlafen ist.

    Wenn zu Ostern der Naturalzins fällig wurde, übergab man auch Hasen. Das mag im 17. Jahrhundert, aus dem die ersten Belege stammen, die Vorstellung des „Osterhasen“, der die Eier bringt, befördert haben. Nicht durch Zufall ist dies übrigens zunächst im städtischen Bürgertum populär geworden; auf dem Land wusste man, ‚wie der Hase läuft‘.

    In verschiedener Form, u.a. in Gebildbroten, die Hasen zeigten und in die Eier eingebacken waren, machte die Vorstellung des Osterhasen als des Eierbringers Karriere. Hier mögen auch konfessionelle Unterschiede eine Rolle gespielt haben. Protestanten lehnten die katholischen Fastenübungen ab, hatten von daher auch mit Ostereiern Probleme. Der Osterhase wiederum wurde zunächst unter Protestanten populär, aber von Katholiken kritisch beäugt. Richtig gefördert wurde der Osterhase im 19. Jahrhundert durch die Süßwarenindustrie, die das ‚Festtier‘ als lukratives Geschäft entdeckte. Damit hatte man dann konfessionsübergreifend Erfolg.

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